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Fotos Anja Schaal www.anjaschaalfoto.de

Sperrung der Turnhalle

Mehrere Experten aus Deutschland wurden für eine Einschätzung nach Gießen geholt, die versuchen, die komplizierte Spannungsmessung des Daches einzuschätzen und eine aussagekräftige Diagnose abzugeben. Obwohl das Bauprojekt als vorrangig von der Stadt verfolgt wird, hat man den Fehler noch nicht gefunden. Wir befürchten, dass die Turnhalle auch noch im kommenden Schuljahr gesperrt bleiben wird. (16.05.2019)

Bericht zur Turnhalle vom 02.04.2019

Gladiatoren an der Liebigschule - ein Rückblick

Geschrieben von S. Henrichs.

Am 11.02.2019 verläuft der Latein-Unterricht der Jahrgangsstufen 7 und 8 alles andere als gewöhnlich:

Die Gladiatoren sind da. Zu zweit treten sie in originalgetreuer Ausrüstung auf: Mit glänzenden Beinschienen, geschwungenen Helmen, bunten Schilden und gebogenen – zumGlück stumpfen – Schwertern erregen sie Aufsehen. Und die Gladiatoren führen ihre Fechtkunst vor: Jeder Schritt ist überlegt, jede Armbewegung schon hundertfach geübt. Allesscheint sich einer verborgenen Choreographie zu unterwerfen. Langsame Phasen des Lauerns wechseln mit Phasen rasanter Dynamik. Die beiden Gladiatoren verstehen ihr Handwerk undbeherrschen den Schaukampf perfekt. Es sind Archäologen. Einer von ihnen, Herr Kunzler, leitet eine Gladiatorenschule in Gießen, in der sich junge Studenten und Studentinnen treffen, um in Theorie und Praxis zu erlernen, wie Gladiatoren vor zweitausend Jahren tatsächlichgekämpft haben. Herr Kunzler unterweist sie in dieser „Kunst“. Aber nicht nur Studenten;immer wieder geht er auch an Schulen und tritt vor interessierten Klassen auf. Zu diesem Zweck arbeitet er mit dem Archäologischen Institut der Universität Gießen zusammen.Heute besteht sein Publikum aus Latein-Schülerinnen und -Schülern unserer Liebigschule (Jahrgänge 7 und 8). Sie lauschen gebannt, wenn er ihnen einzelne Schritte und Finten erklärt,wenn er ihnen den effektivsten Einsatz des Schildes erläutert oder wenn er verdeutlicht, weshalb ein Helm zwar Schutz, aber ebenso Nachteile in puncto Übersicht und Luftzufuhrbot. Auch den Alltag der Gladiatoren lässt Herr Kunzler nicht aus: Dass die Sterblichkeit in Kämpfen viel geringer war als allgemein angenommen oder dass Gladiatoren häufig auchaußerhalb der Arena Verwendung fanden, kann er mit zahlreichen Erkenntnissen der neuesten Forschung belegen. Für Fragen und Ergänzungen durch Schülerinnen und Schüler ist erjederzeit offen.

Gladiatoren

Besonders gut gefällt unserem jungen Publikum aber, wenn Herr Kunzler und sein Sparringspartner in Aktion treten: Im ersten Teil der Veranstaltung kämpfen die beiden alsThrax und Murmillo gegeneinander, im zweiten dann als Retiarius – als Netzkämpfer – undals Secutor. Insgesamt zeigen sie vier verschiedene Gladiatorengattungen, die sich inAusstattung und Kampftechnik deutlich voneinander unterscheiden. Dabei ist alles, wasunsere beiden Gladiatoren tragen, stilecht und durch Quellen – vor allem bildlicher Art –weitestgehend belegt. Als Archäologen haben sie sich von der Funktionalität derKleidungsstücke und Waffen überzeugt, einiges davon in Eigenarbeit selbst hergestellt. InFällen, wo ihnen die antike Überlieferung keine klaren Antworten bietet, versuchen sie immerwieder auf eigene Faust durch Experimentieren herauszufinden, wie es gewesen sein muss.Auch davon berichten sie ihrem Publikum.Die 90minütige Veranstaltung vergeht im Nu. Sie wird dadurch abgerundet, dass dieSchülerinnen und Schüler die Gelegenheit bekommen, selbst einmal für wenige SekundenGladiator sein zu dürfen: Sie ziehen sich die engen Helme auf, testen das Gewichtverschiedener Schilde oder üben sich in der Technik des Wurfnetz-Schleuderns.Und so endet eine unterhaltsame, alles andere als gewöhnliche „Lateinstunde“. Organisierthatten diese Veranstaltung Herr Henrichs, Frau Kläs und Herr Heidergott. Unsere beidenGladiatoren werden mit einem warmen Applaus verabschiedet. Ihr Auftritt wird noch lange inbester Erinnerung bleiben.